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Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Magdeburg

Informationen zum Museum

Stadt- und regionalgeschichtliches Museum und Museum der europäischen Kulturgeschichte mit dem Schwerpunkt Geschichte des Mittelalters.

Adresse:

Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 68-73
39104 Magdeburg
www.khm-magdeburg.de
 
Tel.: +49(0)391-5403501
Fax: +49(0)391-5403510
museen@magdeburg.de

Öffnungszeiten:

Dienstag - Freitag 10:00 - 17:00
Montag geschlossen
Samstag und Sonntag 10:00 - 18:00

Besondere Öffnungszeiten:

Neujahr, Heilige Drei Könige, Karfreitag, Ostersonntag und -montag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag und -montag, 3. Oktober, Reformationstag, 2. Weihnachtsfeiertag

Besondere Schließzeiten:

Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester

Eintritt:

Erwachsene: 5 €
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: frei
Ermäßigt: 3 €

Anmeldung für Führungen:

Öffentlichkeitsarbeit/Museumspädagogik
Tel. Anmeldung: +49(0)391-5403527
Anmeldung per E-Mail: museen@magdeburg.de

Verkehrsverbindungen:

Das Museum befindet sich in der Nähe des Doms und ist vom Hauptbahnhof aus in zehn Minuten zu Fuß erreichbar.
Alternativ mit der Straßenbahnlinie "6" in Richtung "Reform" (fährt direkt vor dem Hauptbahnhof ab) bis zur Haltestelle "Anhaltstraße/Museum" fahren.

Aktuelle Ausstellung

Magdeburg

Die Geschichte der Stadt von der Ersterwähnung bis heute

12.06.2015 - 31.12.2016
Kulturhistorisches Museum Magdeburg

Die Stadt auf dem hohen Ufer der Elbe an der Schwelle zur norddeutschen Tiefebene ist immer wieder ein Brennpunkt der deutschen und europäischen Geschichte gewesen. Originale Kunstwerke und Zeitzeugnisse aus den Sammlungen des Museum erzählen vom Schicksal Magdeburgs. Der Rundgang beginnt mit der Ersterwähnung der Grenzfestung „Magadoburg“ in einem Gesetzestext Karl des Großen 805. Die Besucher schauen auf die Geschichte des Mittelalters, als der Handelsplatz an der Elbe unter der Herrschaft Ottos des Großen zum europäischen Machtzentrum aufstieg und die Metropole des Erzbistums auch zu einem kulturellen Zentrum wurde. Unter Erzbischof Wichmann begann die große Zeit des Magdeburger Bronzegusses, deren Erzeugnisse europaweit exportiert wurden. Die Ausstellung zeigt die Bedeutung des Magdeburger Rechts und der Skulpturenkunst der Magdeburger Dombauhütte, die mit dem Neubau des Magdeburger Doms als erster gotischen Kathedrale östlich des Rheins ab 1209 verbunden ist, und sie veranschaulicht die alltägliche Lebenswelt der Hansestadt zwischen Ratsherrschaft und Bischofsmacht.

Um 1500 nahm Magdeburg Autonomierechte wie eine freie Reichsstadt für sich in Anspruch. Ideen des Humanismus und Kritik an kirchlicher Praxis stärkten das Selbstbewusstsein der Patrizier, die gegenüber den Domherren ihre städtischen Privilegien im Gerichtswesen und bei der Steuererhebung durchsetzen wollten. Als erste Großstadt folgte Magdeburg den Lehren Martin Luthers. Beim Kampf gegen das Interim, der von Kaiser Karl V. angeordneten Rückkehr zu katholischen Glaubensvorschriften, war sie der Hauptzufluchtsort für die vertriebenen Geistlichen, und Magdeburg entwickelte sich zum Propagandazentrum der Reformation. Die Flugschriften der „Herrgottskanzlei“ fanden in allen Gegenden des Alten Reiches Verbreitung. Doch 1631 eroberten kaiserlicher Truppen unter General die protestantische Hochburg. Magdeburgs Zerstörung wurde zum Symbol für die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges. Das monumentale Historiengemälde „Die Magdeburger Jungfrauen“ veranschaulicht in drastischer Manier den Untergang einer der reichsten und größten Städte Deutschlands.

Unter der Herrschaft der preußischen Könige gewann Magdeburg eine neue Bestimmung: Große Modelle zeigen die Stadtanlage als größte Festung Preußens und architektonisches Gesamtkunstwerk mit dem Breiten Weg im Stil des Magdeburger Barock. Nach den napoleonischen Kriegen folgten weitere Wandlungen und Häutungen der Stadt, verbunden mit der stürmischen Industrialisierung seit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs. Die ständige Ausstellung zeigt einen Kolonialwarenladen oder das Treiben auf dem Alten Markt in der Zeit um 1900. Der Rundgang führt vom „Neuen Bauen“ im Magdeburg der 1920-er Jahre in die Zeit der NS-Diktatur, an deren Ende die zweite Zerstörung Magdeburgs am 16. Januar 1945 steht. Die letzten Kapitel über die Industriestadt in der DDR und Magdeburgs neue Rolle als Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt mögen zum Vergleich mit eigenen Erinnerungen anregen.